dr. julius | ap ist eine inhaltlich orientierte Programmgalerie für zeitgenössische konzeptuelle minimal konkrete Kunst + Architektur. Darüber hinaus sind nicht-abbildende, nicht-gegenständliche, geometrisch-konstruktive, formal-reduktive sowie systematisch-strukturelle Positionen Grundlage des Programms.
Seit 2008 zeigt dr. julius | ap ausschließlich Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Sektor der internationalen zeitgenössischen Kunst arbeiten. Ein zusätzlicher Fokus ist Architektur und Architekturfotografie.
Mehr...


[ >>  english version]

_ Eröffnung Donnerstag, 30. November 2017, 19 - 21 Uhr

ULTRAVIOLETT
JEONGMOON CHOI [KR] + REGINE SCHUMANN [DE]
+
GILBERT HSIAO [US]

 

 

 

 

  • Jeongmoon Choi [KR] Jeongmoon Choi [KR]
  • Regine Schumann [DE] Regine Schumann [DE]
  • Gilbert Hsiao [US] Gilbert Hsiao [US]
     


Zum Endes des Jahres 2017 ermöglicht die Ausstellung ULTRAVIOLETT durch die Arbeiten der Künstlerinnen Jeongmoon Choi und Regine Schumann ungewohnte Wahrnehmungsebenen des Zusammenwirkens von Raum, Objekt und Farbe zu erleben. Diese werden durch die interaktive Installation HITPARADE von Gilbert Hsiao um die Elemente Bewegung und Ton erweitert. So entsteht unter dem so genannten Schwarzlicht, dessen besondere Eigenschaften für alle drei Beteiligten Teil ihrer künstlerischen Praxis ist, ein außergewöhnliches und umfassend anderes Kunsterlebnis bei dr. julius | ap.

Die Haupträume der Galerie sind geprägt vom Miteinander der konstruktiv-skulpturalen Installation der koreanischen Künstlerin Jeongmoon Choi und den fluoreszierenden Acrylglasobjekten von Regine Schumann aus Köln. Während erstere dafür weiß leuchtende lineare Strukturen aus kunstvoll in den Raum gespannten, optisch verdichteten Flächen aus Fäden als begehbare Skulptur entwickelt, eröffnen die farbig strahlenden Wandskulpturen präzise dazu gesetzte Farbräume aus sich mischendem Licht. Der unverkennbare Zauber dieser so entstehenden, durch das ultraviolette Licht herbeigeführten künstlichen Raumwelt irritiert und fasziniert dabei zugleich.
Im Kabinett der Galerie kann man zudem Variationen optischer Effekte durch individuelles Zusammenstellen sich drehender Scheiben – von Gilbert Hsiao aus Brooklyn/NY mit geometrischen Strukturen bemalte Vinyl-Schallplatten aller üblichen Größen – in einer Schwarzlichtsituation ausprobieren. Dabei wird eine durch extreme zeitliche Dehnung auf 24 Stunden verfremdete Sinfonie im Hintergrund abgespielt, die das visuelle Erleben zusätzlich beeinflusst.

Insgesamt sprengt diese zugespitzte Wahrnehmungssituation ganz bewusst den üblichen Rahmen einer Galerie-Ausstellung mit dem Ziel, über den Jahreswechsel einen attraktiven Beitrag zum Umgang mit dem Medium künstlichen Lichts und den Möglichkeiten seiner Einbeziehung in künstlerische Konzepte zu demonstrieren.





ULTRAVIOLETT
JEONGMOON CHOI [KR] + REGINE SCHUMANN [DE]

+ im Kabinett
GILBERT HSIAO [US] - HITPARADE

Eröffnung Donnerstag, 30. November 2017, 19 – 21 Uhr
Ausstellung bis 10. Februar 2018

Donnerstag – Samstag 15 – 19 Uhr und auf Verabredung




Zu den Künstlerinnen und zum Künstler:

Die Installationen der koreanischen Künstlerin Jeongmoon Choi [*1966 in Seoul, KR] fordern unsere Wahrnehmung und Vorstellungskraft heraus und ermöglichen es uns, Zeit und Raum auf eine andere Weise zu erleben [...].
Durch das Spannen von Fäden, so, als ob sie damit Linien zeichnen würde, unternimmt Choi architektonische Eingriffe und ohne die Räume selbst zu verändern, transformiert sie diese in Arbeiten von großer Schönheit und unbestreitbarer konzeptueller Tiefe. Ihre Installationen reflektieren nicht nur unsere Ohnmacht gegenüber Naturphänomenen oder unsere Verantwortung dafür, wie wir unsere Umwelt verändern - sie sind auch Metaphern unseres sich entfremdenden zeitgenössischen Lebensstils.
Die Möglichkeit, Chois Konstruktionen zu betreten und sich darin zu bewegen, spielt mit unserer Wahrnehmung, da unsere anfängliche Verwirrung sich nach und nach durch die Entdeckung neuer Blickwinkel in eine überraschende ästhetische Erfahrung verwandelt. Während in manchen Werken der Einsatz ultravioletten Lichts uns mit einer augenscheinlichen Unwirklichkeit konfrontiert, die unser Bewusstsein und unser Sehen herausfordert, wird in anderen die physische Wirkung unserer Interaktion aufgezeichnet, als Analogie menschlichen Handelns, das unsere Umwelt verändert.
Ob sie Linien mit Fäden, Bleistift oder anderen Medien zeichnet - Jeongmoon Choi verleiht den Ausdrucksmöglichkeiten der Linie neue Bedeutung. [...]
Nina Zambrano, Generaldirektorin des MARCO, Museo de Arte Contemporáneo de Monterrey [MX]



Im Werk von Regine Schumann [*1961 in Goslar, DE] finden Farbe, Licht, Material, Form und Raum – grundlegende Begriffe und Qualitäten der Kunst an sich – in hoch verdichteter Art und Weise einzigartigen Ausdruck.
Basierend auf der Malerei und ihrem daraus gewachsenen Verständnis für den Umgang mit Farbe, hat die Künstlerin in ihrem Werdegang früh die Grenzen der Disziplin hinter sich gelassen. Die Auseinandersetzung mit Licht und Farbe, dem gesamten Zusammenwirken aller ihrer Qualitäten untereinander, von den Harmonien bis zu den Kontrasten, führten ihre Arbeit auf neue Wege. Aus der Untersuchung verschiedenster Materialien heraus konzentriert sie sich daher seit mittlerweile vielen Jahren in zahlreichen Varianten auf fluoreszierendes Acrylglas. Insbesondere die spezifischen Eigenschaften dieses industriell hergestellten Werkstoffs in Bezug auf Licht, dessen Färbung, Brechung, Lenkung, Speicherung, Filterung und Mischung eröffnen ihr den virtuosen Umgang mit ihren künstlerischen Themen. Dabei entwickelt sie aus diesem Acrylglas hochpräzise geometrisch reduzierte Objekte, die ihre inneren Farbwelten jeweils sehr spezifisch mit dem umgebenden Raum und seinen tages- wie jahreszeitlich wechselnden Lichtverhältnissen in eine sich beständig subtil verändernde Beziehung setzen. Der gezielte Einsatz von Schwarzlichtleuchten unterstreicht dabei diese Bedingungen zusätzlich und erweitert das Seherlebnis der erzeugten Farbraumkörper deutlich. Die Werke entfalten jeweils eine hochästhetische, sinnlich erfahrbare Aura. „Ich lade den Betrachter ein, sich selbst im Bild wiederzufinden und sich damit ins farbige Licht zu rücken“, so die Künstlerin.
In der Summe stehen Regine Schumanns Arbeiten in bestechender Weise für minimal-konkrete Kunst zeitgenössischer Prägung, wie sie von dr. julius | ap vertreten wird: Sie fordert den Betrachter mittels einer genauen Wahrnehmung, in die Wesenszusammenhänge der Dinge an sich wie der Welt als solcher vorzudringen.
Regine Schumanns Arbeiten sind weltweit in renommierten Galerien, Museen und Institutionen gezeigt worden sowie in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. .
Matthias Seidel, dr. julius | ap



Seit mehr als zwanzig Jahren erforscht Gilbert Hsiao [* 1956 in Easton, Pennsylvania.US] die Wirkweise der visuellen Wahrnehmung. Er arbeitet mit und gegen physiologische Gesetze des Sehens, durch die wir alle unsere Außenwelt wahrnehmen. Seine Arbeiten scheinen sich, obgleich an sich statisch, in verschiedenen Geschwindigkeiten und Zeiträumen sowie unterschiedlichen Arten von Räumlichkeit zu bewegen. Die reine Erfahrung der Wahrnehmung ersetzt für ihn Erzählung, Geschichte oder Interpretation.
Die Gemälde Hsiaos aus den letzten Jahren, häufig auf polygonal zugeschnittenen Bildträgern, sind gekennzeichnet durch die Verwendung kunstvoll überlagerter, extrem exakt ausgeführter Farbstreifen. So entstehen aktive, sich kontinuierlich verlagernde Oberflächen ohne im herkömmlichen Sinn oben oder unten, links oder rechts zu definieren. Seine neuesten künstlerischen Wege haben ihn dahin geführt, Arbeiten für unkonventionelle Beleuchtungssituationen, speziell UV-Licht, und in erweiterten Größenverhältnissen, insbesondee Wandarbeiten, zu entwickeln.
Die Installation HITPARADE war zuerst im Contemporary Arts Museum Houston, Texas [US] zu sehen, anschließend dann bei Raygun Projects in Toowoomba, Queensland, Australia.
Hsiao hat in den Vereinigten Staaten, Europa, Asien, Australien und Südamerika ausgestellt und ist dort auch in diversen Sammlungen vertreten. Ausgewählte Ausstellungsorte umfassen etwa das MOMA PS 1 in New York, das Indianapolis Museum of Art, das Contemporary Art Museum in Houston, das Mass MOCA in Massachusetts, die White Columns New York, Minus Space in Brooklyn, die Galerie Nara Roseler in Sao Paolo/Brasilien, IS-Projects in Leiden/Niederlande Sydney Non Objective in Australien und dr. julius | ap in Berlin.
Matthew Deleget, MINUS SPACE, Brooklyn/NY + Matthias Seidel





____________________E N G L I S H______________________

 

_ Opening Thursday, November 30, 2017, 7 - 9 pm

ULTRAVIOLETT
REGINE SCHUMANN [DE] + JEONGMOON CHOI [KR]
+
GILBERT HSIAO [US]

 

 

dr. julius | ap closes out 2017 with ULTRAVIOLETT. The exhibition features works by Jeongmoon Choi and Regine Schumann  that enable the viewer to perceive interactions between space, object, and color in unfamiliar ways. HITPARADE, an interactive installation by Gilbert Hsiao, expands the experience with the elements of movement and sound. The use of so-called “black light,” whose special qualities are integral to all three artists’ practices, gives rise to an extraordinary, and comprehensively different experience of art.  

The gallery’s main rooms are transformed by the interactions between Korean artist Jeongmoon Choi’s constructive sculptural installation and Cologne-based Regine Schumann’s fluorescent acrylic glass objects. While Choi creates a traversable sculpture from optically dense luminous white surfaces of thread, stretched artistically across the space, Schumann’s radiant wall sculptures mix light to create fields of color that stand in precise relation to Choi’s piece. With the addition of ultraviolet light, the artistic space thus created holds a distinctive magic that is both jarring and fascinating.

In the “Kabinett,” the gallery’s smaller space, viewers can also experiment for themselves with optical effects under a black light by choosing arrangements of spinning discs—vinyl records in standard sizes that Brooklyn-based artist Gilbert Hsiao has painted with geometrical shapes. The visual experience is also influenced by the addition of music: in the background, a symphony plays—but stretched to a length of 24 hours, its extreme slow speed turning it strange and alienating.  

Together, the situation of heightened perception offered by these works intentionally explodes the traditional boundaries of a gallery exhibition, presenting an attractive contribution to the field of light-based art, and demonstrating its possibilities as an artistic concept.

 

 

ULTRAVIOLETT 
JEONGMOON CHOI [KR] + REGINE SCHUMANN [DE]

+ in the Kabinett GILBERT HSIAO [US] - HITPARADE

Opening Thursday, November 30, 2017, 7–9 pm 
Exhibition through February 10, 2018

Thursday – Saturday 3–7 pm and by appointment



About the artists:

Korean artist Jeongmoon Choi’s [b. 1966, Seoul, Corea] installations challenge our perception and imagination, allowing us to experience time and space in other ways [...]. Stretching threads as if she were making line drawings, Choi undertakes architectural interventions, transforming spaces without altering them in works of great beauty and undeniable conceptual depth. Her installations are not only reflections about our powerlessness in the face of nature phenomena or about our responsibility in modifying the environment—they are also metaphors of our alienating contemporary lifestyle.
The possibility of entering and walking around in Choi’s constructions plays with our perception, as our initial bewilderment is gradually replaced by the discovery of new points of view in a surprising aesthetic experience. While in some pieces the use of ultraviolet light confronts us with an apparent unreality that challenges our mind and our gaze, in others the physical impact of our interaction is recorded as an analogy of how human actions alter the environment.  
Whether she draw lines with threads, pencil or other media, Jeongmoon Choi lends new meanings to the line’s expressive possibilities [...].
Nina Zambrano, President of the Board of Directors & General Director of MARCO, Museo de Arte Contemporáneo de Monterrey [MX]

Color, light, material, form, and space—in Regine Schumann’s [b.1961 in Goslar, Germany] work, these fundamental concepts of art find unique and highly compressed expression. Though influenced by painting, through which medium she developed a deep understanding of color, Schumann left the constraints of the discipline behind early on in her career. An engagement with light and color, with the collective effects of their qualities in relation to each other—both the harmonies and the contrasts—took her work in new directions. After exploring of a wide variety of materials, for the past years Schumann has concentrated on fluorescent acrylic glass. In particular, the unique qualities of this industrially produced material—in terms of light, color, refraction, control, retention, filtering, and composition—allow a virtuosic range of possibilities for the artist to engage with her artistic themes. Her acrylic glass pieces are extremely precise geometric objects, each of whose specific inner color-worlds relate in constantly subtly changing ways to the play of light in the surrounding space, which changes according to season and time of day. The selective use of black lighting emphasizes these interactions and significantly enhances the visual experience of the color-spaces created by the work. Each piece develops a unique, highly aesthetic, yet also sensually perceptible aura. “I invite the viewer to find himself in the image, to enter into the colored light,” Schumann explains.
Viewed as a whole, Regine Schumann’s work is an impressive example of the kind of contemporarily significant minimal-concrete art dr. julius | ap is proud to present. This work challenges the viewer to explore the essential relationships of things themselves and the world as it is through close observation and perception. [...]Regine Schumann’s works have been shown in renowned galleries, museums, and institutions, as well as in many private and public collections worldwide.
Matthias Seidel, dr. julius | ap

 

For more than twenty years, Gilbert Hsiao [b. 1956 in Easton, Pennsylvania.US] has explored the mechanics of visual perception. He works with and also against the physiological mechanism of sight which we all utilize to perceive the external world. He makes work that, although physically static, appears to move between different kinds of space that have duration and, at times, speed. Raw experience takes the place of narrative, history, and interpretation. His paintings of the past decade, sometimes in form of shaped wooden panels, are characterized by their use of intricately overlaid, precise stripes of color. The shapes create an active, continuously shifting surface, with no traditional sense of top or bottom, left or right. Recently his investigations have led to work presented in unconventional lighting situations, like ultraviolet light, and expanded scale, especially works on walls. The interactive installation HITPARADE was first displayed at the Contemporary Arts Museum Houston, Texas [US] and Raygun Projects in Toowoomba, Queensland, Australia. Hsiao’s exhibition venues include MOMA PS 1 [New York], the Indianapolis Museum of Art, the Contemporary Art Museum Houston, Mass MOCA [Massachusetts], White Columns [New York], Minus Space [Brooklyn], Gallerie Nara Roseler [Sao Paolo], IS Projects [Leiden], Sydney Non Objective [Sydney] and dr. julius | ap, Berlin.
Matthew Deleget
, MINUS SPACE, Brooklyn/NY + Matthias Seidel









dr. julius | ap
contemporary conceptual minimal concrete

dr. julius | ap is a content-driven programme gallery for contemporary conceptual minimal concrete art + architecture.
Furthermore non-figurative, non-objective, geometric-constructive, formal-reductive and systematic-structural positions are the basis of the gallery's programme.
Since 2008, dr. julius | ap exclusively shows artists working in this sector of international contemporary art. An additional focus is architecture and architectural photography.
Read more...